Chirurgie im 18. Jahrhundert
Exponate und Objektlegenden
 

Aderlaßszene um 1600

1 Aderlaß

Genregemälde in Öl. Oberdeutsch, um 1600, Deutsches Medizinhistorisches Museum Ingolstadt (Kopie)

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2 Die 4 Säfte

Blut, Schleim, gelbe Galle und schwarze Galle markieren die vier Kardinalsäfte, aus denen der menschliche Organismus gebildet ist. Diese Auffassung brachte die antike Ärzteschule um Hippokrates von Kos (ca. 460-377 v. Chr.) hervor. Sie hielt sich im medizinischen Denken bis ins ausgehende 18. Jahrhundert.

Installation aus Glas, Tatjana Hepp, Erlangen, 1999

 

3 Die "Aderlasserin"

Dargestellt wird die Maßnahme des blutigen Schröpfens. Die "Aderlasserin" setzt gerade einen Schröpfkopf auf den Unterarm ihrer Patientin.

Genregemälde in Öl von Quirin van Brekelenkam (1620-1668), Mauritshuis, La Haye (Kopie)

Aderlaßschale
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4  Aderlaßschale zum Auffangen des Bluts

Getriebene Silberschale mit dreifach beringtem Wappenfeld als Handhabe, 18. Jh., Ø ca. 10 cm, Deutsches Medizinhistorisches Museum Ingolstadt
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5 Aderlaßbinde zum Stauen des Bluts am Oberarm

Roter Filz, goldbestickt, Gars am Inn, 17. Jh., Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Inv.-Nr. WI 1897
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6 Aderlaßlanzetten zum Eröffnen der Vene

Schildpatt mit Stahl, Futteral aus lederbespannter Pappe mit Silbernägeln, L. (Futteral) 8,5 cm, 18. Jh., Germanisches Nationalmuseum Nürnberg
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7 Aderlaßschnepper mit Federmechanismus

Messinggehäuse, Klinge aus gebläutem Stahl, lederbezogenes Holzetui, 18. Jh., 7 x 3,5 x 2 cm, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg
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8 Aderlaßschnepper mit Federmechanismus

Deckelinschrift: Trau nicht es sticht

Messinggehäuse mit Stahlklinge, lederbezogenes Holzetui, 2. Hälfte 18. Jh., 7,5 x 3,9 x 2 cm, Privatbesitz 

 

9 Zwei Ersatzklingen für Aderlaßschnepper

Stahl poliert, Holzetui, 18. Jh., 7 x 2,5 x 1,5 cm, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg
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10 Skarifikationsschnepper mit Federmechanismus zum Setzen von oberflächlichen Schnitten beim Schröpfen

Messing und Stahl, Lederetui, 18. Jh., 3,5 x 3,5 x 4,5 cm, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Inv.-Nr. WI 1776
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11 Schröpfköpfe

Glas, 18. Jh., 4 x 5 cm, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg
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12 "Spanische Fliegen" (Kanthariden)

Zu Pulver zerstoßen fanden diese Käfer Verwendung zur Herstellung stark hautreizender, blasenziehender Pflaster.

Getrocknete Kanthariden, 1999, Apotheke Eschenau (Inh. Gert Berninger) 

Haarseilzange 17. Jh.

13 Haarseilzange mit Sägeschloß

Dieses Instrument diente zur Fixierung einer Hautfalte beim Durchzug des "Haarseils", das zunächst aus Pferdeschweif-Haaren, später aus einem Stoffbändchen bestand und in der Haut belassen wurde. Das entstehende Eitergeschwür sollte dem Körper verdorbene Säfte entziehen.

Eisen, 17. Jh., 18 cm, Medizinhistorische Sammlung des Karl-Sudhoff-Instituts für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften Leipzig, Inv.-Nr. A 192

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Haarseilzange 17. Jh.
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14 Haarseilzange mit Stellschraube

Eisen, 17. Jh., 22 cm, Medizinhistorische Sammlung des Karl-Sudhoff-Instituts für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften Leipzig, Inv.-Nr. A 177

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15 Haarseilnadel, ergänzt durch ein modernes Stoffband

Stahl, 18. Jh., 11,6 cm, Medizinhistorisches Museum der Universität Zürich
Lorenz Heister
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16 Lorenz Heister (1683 – 1758)

Schabkunstblatt, M. W. Fröling ad vivum pinxit, I. I. Haid excudit, 31,1 x 19 cm, Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg, Sign. Portr. A Heister, Lorenz <1>

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Heister's Chirurgie von 1719

17 Die "Chirurgie" von Lorenz Heister

Das von Heister 1719 in erster Auflage herausgegebene Lehrbuch wurde zum Standardwerk für Generationen von Chirurgen und Wundärzten in Deutschland. 1739 folgte eine lateinische Ausgabe, die internationale Anerkennung erfuhr.

Lorenz Heister: Chirurgie. Nürnberg 1719, Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg, Sign. 4 Trew P 358

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18 Das Handwerkszeug des Chirurgen

Große und kleine Messer gehörten zur instrumentellen Grundausstattung des Chirurgen im 18. Jahrhundert. Nicht jeder Operateur konnte sich allerdings solch hochwertig gearbeitete Produkte leisten.

Stahlklingen mit Holzgriffen, aus dem "Instrumentarium zur operativen Entfernung der weiblichen Brust" nach Lorenz Heister (vgl. Kat.-Nr. 86), Mitte 18. Jh., Medizinhistorisches Museum der Universität Zürich 

Starstich im Salon

19 Der Starstich im barocken Salon

Kupferstich aus Lorenz Heister: De cataracta, glaucomate et amaurosi tractatio. Altdorf 1713, Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg, Sign. Trew Ix 825 (Photographie)

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